Autorin, Verlegerin, Träumerin

Die Genialität des Wahnsinns

"Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr. Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen. Die andere Partei hingegen kennt beide Seiten." John Stuart Mill, Utilitarismus

George Steiner, Professor für Komparatistik an der Universität Oxford, lieferte 1998 zehn mögliche Gründe, warum Denken traurig macht.

Allgemein gesehen fällt es auf, dass besonders Genialität in den Naturwissenschaften anfällig zu machen scheint für diverse psychische Erkrankungen, auffallend häufig Psychosen. Wiederum diejenigen, die sich zur Kulturwissenschaft hingezogen fühlen, sind oft melancholischer als sie sein sollten. Studienfächer wie Medizin lassen oft eine gewisse Obsession vermuten.

Normalität oder Wahnsinn?

Wer legt fest, was normal ist?

Und wer bestimmt die Grenzen des Wahnsinns?

Ist es normal, wenn ein Mensch mit ausgeprägtem Verstand sich 40 Stunden pro Woche mit Banalitäten auseinandersetzen muss, um seine Familie zu ernähren? Oder grenzt das auch schon an eine Art des Wahnsinns?

Noch einmal zurück zur Aussage John Stuart Mills. Sind alle Genies unglücklich? Und wenn ja, was macht sie unglücklich? Ihre Art zu hinterfragen, oder dass sie die Welt sehen, wie sie ist? Und vor allem - würde ein Narr wählen zu einem Sokrates zu werden, wenn es dafür das Unglück in Kauf nehmen müsste? Und würde ein Sokrates das Leben eines Narrs wählen für eine Prise Glück?

 

 

12.5.10 01:56

Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kafkesketodesart (12.5.10 10:54)
Interessantes thema.
Vielleicht ist es aber auch der Wahn der diese Menschen zum weiter denken anreizt und ihnen neue andere wege zu denken zeigt als den meisten.

Ein Kompliement an die Bloggerin: der interessanteste blog auf myblog.


Kafkesketodesart (12.5.10 10:59)
Ich glaube ein bei einem Sokrates wäre es zumindest möglich das er sich für das Glück entscheidet oder das ihm die entscheidung schwer fällt, da er immer hin dessen wert kennt. Durch Leid lässt sich erst der wahre wert von Glück erschließen.
Wo gegen der Narr sich wohl nie für das unglück entscheiden würde und lieber in seiner Existenz verweilen würde.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen